Essays

Reflektierende Texte über Leben, Freiheit, Denken und gesellschaftliche Dynamiken. Analytisch, philosophisch und bewusst verdichtet formuliert.

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Die Ethik der Verschwiegenheit

29. Januar 2026|Mario Schiavon Zur philosophischen Bedeutung anwaltlicher Diskretion Verschwiegenheit gehört zu jenen ethischen Phänomenen, deren Bedeutung gerade aus ihrer Unsichtbarkeit erwächst. Sie entzieht sich der Geste, der Selbstdarstellung und der moralischen Pose. Wo sie wirkt, bleibt sie meist unbeachtet; wo sie fehlt, wird ihr Verlust unmittelbar spürbar. In der anwaltlichen Praxis erscheint Verschwiegenheit zunächst

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Bild von Aferdita Bogdanovic

Poeting statt Dating – Neue Worte für die Liebe

25. Januar 2026 | Aferdita Bogdanovic Wenn Worte Wirklichkeit formen, warum sollten wir ausgerechnet beim Ursprung der Liebe sprachlich so fantasielos bleiben? Michel Foucault bemerkte einst, dass Sprache ein Hebel ist – klein angesetzt, doch von großer Wirkung. Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf das Wort Dating. Es klingt nach Zeitfenster, Effizienz und Verwertbarkeit. Nach

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Die Ästhetik des Rechts im Geiste Immanuel Kants

13. Januar 2026 | Mario Schiavon I. Das Recht als Form der FreiheitDas Recht ist die äußere Bedingung der Möglichkeit gemeinsamer Freiheit. Es lässt sich – in Anlehnung an Kant – als ein System von Regeln fassen, in dem die Freiheit eines jeden mit der Freiheit aller nach einem allgemeinen Gesetz zusammen bestehen kann. Damit

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Die Ästhetik des Rechts im Geiste Immanuel Kants

13. Januar 2026 | Mario Schiavon I. Das Recht als Form der FreiheitDas Recht ist die äußere Bedingung der Möglichkeit gemeinsamer Freiheit. Es lässt sich – in Anlehnung an Kant – als ein System von Regeln fassen, in dem die Freiheit eines jeden mit der Freiheit aller nach einem allgemeinen Gesetz zusammen bestehen kann. Damit

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Christian Zillner

Wenn man nicht Autofahren kann, muss man darüber schreiben

12. Januar 2026 | Christian Zillner Auto besagt ohne fremdes Zutun. Im Auto sieht die eigene Motorik nicht mehr spastisch aus. Es löst alles Krampfhafte, unter dem man außerhalb eines Autos leidet. Ein Führerschein, etwa ausgestellt von Beamten der Republik Österreich, gibt die Erlaubnis ein Auto zu führen. Man könnte auch fahren sagen, aber es klänge unpassend, denn im Auto

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Christian Zillner Aus der Serie Tschewengur

Eine kleine Geschichte der Intelligenz

8. Januar 2026 | Christian Zillner Mein Lieblingssatz von Ludwig Wittgenstein lautet: Existenzsätze sind sinnlos. Natürlich ist das ein Existenzsatz, genau wie jener, den ich eben aufgeschrieben habe. Schon mit dem zweiten Satz in die Sinnlosigkeit geraten. Ist das intelligent? Intelligenz ermöglicht den Niederländern dem Meer Land abzugewinnen, aufwändig und langwierig. Sie nennen neu gewonnene

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Das fehlende dialektische Denken in der Politik

7. Januar 2026 | Andreas Kreutzer Es ist schon bemerkenswert, dass im medialen Diskurs der Zusammenhang zwischen Bedeutungsgewinn von unreflektierten politischen Positionen und dem wachsenden Zuspruch zu akzentuierter rechter Politik so wenig Beachtung findet. An nichts berauscht sich die Wut der neuen Rechten mehr als an Wokeness, Diversity, Gendergerechtigkeit, feministischen oder antirassistischen Sprachregelungen. Wokeness und

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