27. Februar 2026 | Marija Marjanovic
„Ja, ich komm mit, aber ich kann heute nicht lange. Ich muss morgen so viel erledigen.“ Wie oft habe ich den Abend schon mit diesen Worten gestartet. Hat es dann auch wirklich funktioniert wirklich „früh“ Heimzugehen? Nein, Gott sei Dank nicht. Fast ist es schon wie ein Amen im Gebet, dass ich nicht früh nach Hause gehen werde, wen ich diese beiden Sätzen ausspreche.
Zu lustig waren die Gespräche, zu gut schmeckten die Drinks, zu gut tat das Tanzen zu den Songs, die man schon tausend Mal gehört hatte,…der Abend lies mich oft den Wahnsinn, den man Leben nennt für ein paar Stunden vergessen.
Ich konnte sein, ohne jemanden etwas beweisen zu müssen, ohne darüber nachzudenken, wann der nächste Deal abgeschlossen wird oder ob mein Angebot dem Auftraggeber gefallen wird, ob ich vielleicht einsam und allein mit meiner Katze sterbe, weil ich die Liebe meines Lebens niemals finde, ob ich im kommenden Monat alle Rechnungen bezahlen kann, und etliche anderen Fragen, die mir über den Tag verteilt durch den Kopf gehen, haben an Abenden wie diesen keine Bedeutung. Die Alltagssorgen und das immerwährende Überdenken von bestimmten Entscheidungen bleiben zuhause und leisten meinem Kater Gesellschaft. Das Gehirn hat Sendepause und manchmal ist das einfach unglaublich befreiend.
Man genießt die Gesellschaft, die Drinks und den Spaß, den man in dem Moment hat. Wohl wissend, dass man am nächsten völlig übernächtigt sein wird und wahrscheinlich relativ wenig von den Plänen realisieren wird, die man vorhatte. Doch das zählt in solchen Nächten nicht. Da zählt, dass man sich einfach mal wieder treiben lässt und den Abend laufen lässt, selbst wenn man dann manchmal im Morgengrauen erst nach Hause spaziert. Das selige Lächeln im Gesicht und das befriedigende Gefühl waren es allemal wert.
Die ach so wichtigen Pläne werden nachgeholt, wenn man ausgeschlafen hat. So viel Zeit wird ja wohl noch sein und wenn man ehrlich ist, hat selten eine legendäre Geschichte mit den Worten: „Ich lag auf meiner Couch, als es plötzlich an der Tür läutete“ begonnen. 😉
Marija Marjanovic
Gedanken wirken weiter, wenn man sie teilt.

